Onak

Der Onak liegt im Norden des nericanischen Kontinents an der Meeresstraße zum harnarischen Festland. Das Land hat eine Fläche von ca. 627 600 km2 und schätzungsweise 10 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt durchschnittlich 16 Einwohner pro Quadratkilometer.

Die nördliche Küstenebene reicht bis zu 70 Kilometer in das Landesinnere und weist ein heißes Klima auf. Im Süden wird sie durch das in Ost-West-Richtung verlaufenden Onak-Hochland begrenzt. Hier liegt der höchste Berg des Landes, der Torog mit 2 409 Metern Höhe. Einen großen Teil der Landesfläche im Zentrum und Süden nimmt die Onak-Wüste ein. Sie zählt zu den heißesten und trockensten Regionen der Erde – Bodentemperaturen von bis zu 70° C sind hier keine Seltenheit. Asphaltierte Straßen gibt es in der Onak-Wüste kaum, denn in der Glutsonne würden diese schmelzen oder zumindest weich werden.

Aufgrund des Wüstenklimas beschränkt sich die Pflanzenwelt des Onak auf Hartgräser, Dornbüsche und hitzeresistente Bäume wie die Akazie. An den Gebirgshängen wachsen die für ihre Naturharze bekannten Weihrauch- und Myrrhesträucher. Landestypische Tiere sind Antilopen, Gazellen, Hyänen, Schakale und Strauße. Die Straße von Nerica ist im Gegensatz zum Landesinneren sehr artenreich. Neben vielen anderen Fischarten finden sich hier Thunfische und Barrakudas (Pfeilhechte).

Die meisten Onaki leben von der Landwirtschaft, die 65 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht. Die Industrie hat einen Anteil von 10 Prozent; Handel und Dienstleistungen tragen mit 25 Prozent zum BIP bei. Angebaut werden vorwiegend Bananen, Baumwolle, Erdnüsse, Gemüse, Getreide, Sesam und Weihrauch.

Gesellschaft

Die onakische Gesellschaft basiert auf einer segmentären Ordnung. Es gibt keine zentrale Autorität, die ein Gewaltmonopol ausübt. Jeder Onaki gehört über seine väterliche Abstammungslinie einem Klan (reer) an, der seinerseits Teil eines Stammes (tol) ist. Von den drei großen Stämmen sind zwei (Darood und Irir) größtenteils Nomaden, während die Saab mehrheitlich als sesshafte Bauern und Viehzüchter leben.

Jeder Klan (reer) umfasst Hunderte bis Tausende von patriarchal organisierten Familien (qoysas, Einzahl qoys), die sich auf einen gemeinsamen Urahnen beziehen. Die Klanzugehörigkeit ist anhand des Namens einer Person ersichtlich: Auf den eigenen Namen folgt bei Männern wie bei Frauen der Name des Vaters, des Großvaters usw. Die Kinder lernen die Abfolge ihrer Vorväter über Dutzende Generationen hinweg auswendig.

Der Klan trifft Regelungen für den Einzelnen, gibt ihm Schutz und gewährt ihm Hilfe, trägt aber auch Verantwortung für das Handeln der Mitglieder. Wenn ein Mitglied eines Klans ein Verbrechen begangen hat, beteiligen sich die übrigen Mitglieder im Rahmen einer Kollektivhaftung an der Zahlung des dafür fälligen Blutgeldes (mag).

Die inneren und äußeren Angelegenheiten eines Klans werden einvernehmlich auf Versammlungen (shir) der Ältesten geregelt, wobei sie sich auf gewohnheitsrechtliche Übereinkünfte (xeer) wie auch auf die islamische Scharia stützen. Diese Institution treten bei Bedarf zusammen und regeln vor allem im Konfliktfall die Nutzung von Weideland, Wasserstellen und Handelsrouten oder verständigten sich über das Strafmaß bei Vergehen.

Die Ältesten erfüllen eine primär rechtsprechende Funktion und üben keine tatsächliche politische Macht aus. Vor allem die Reputation eines Ältesten beeinflusst, ob seinen Anordnungen Folge geleistet wird. Da Älteste weder über Gewalt- noch Zwangsmittel zur Durchsetzung von Entscheidungen verfügen, soll ein Konsens gewährleisten, dass die Mitglieder sich an die Vereinbarungen gebunden fühlen.

In der onakischen Gesellschaft gibt es zwei Arten von traditionellen Autoritäten einfache Älteste und betitelte Älteste. Einfache Älteste (Odayaasha, Einzahl Oday) können theoretisch alle Familienoberhäupter sein. Betitelte Älteste tragen Titel wie Ugaas, Garaad oder Boqor und stehen an der Spitze eines Klans. Die Klanführer üben ihr Amt zwar oft sehr lange aus, können aber auch wieder abgewählt werden, wenn sie den Vorstellungen ihrer Wählerschaft nicht entsprechen.

Die Versammlung der Klan-Oberhäupter wird Guurti genannt und ist das zentrale Beratungsgremium bei klanübergreifenden Konflikten oder Verhandlungen mit Außenstehenden. Entscheidungen werden nur im Konsens getroffen.

Recht

Der Onak ist traditionell eine staatenlose Gesellschaft. Das bedeutsamste Bindeglied der Menschen ist das Xeer, das onakische Gewohnheitsrecht. Es umfasst von den onakischen Klans grundsätzlich akzeptierte Prinzipien und ist kompensatorisch statt strafend angelegt. Es gibt kein Gewalt- oder Justizmonopol und ohne Opfer auch keine Straftat.

Die Onakis unterscheiden zwei Arten von Recht: allgemeines Recht, das sie xeer guud nennen, und tribales Recht, xeer tolnimo. Die ersteren Rechtsformen haben landesweite Anwendbarkeit, wohingegen die letzteren jene sind, die von einem oder mehreren Klans übernommen wurden. Diese Rechtsnormen werden vertraglich errichtet.

Die Befugnisse von Richtern sind im Allgemeinen die gleichen wie diejenigen jedes Klanältesten. Um Richter zu werden muss ein Onaki zunächst Oberhaupt seiner Sippe werden. Diese Familienoberhäupter werden dann nach ihrer Weisheit und Rechtskenntnis ausgewählt. Ein Richter, der das Recht verletzt, büßt mit härteren Strafen und Bußgeldern als üblicherweise verhängt werden.

Wenn ein Streitfall entsteht, fordern die Familien der streitenden Parteien ihre Richter auf, ein Gericht zu formieren. Wenn die Richter bereit sind, den Fall zu schlichten, laden sie beide Parteien vor, ihren Fall vorzutragen, hören dann die Zeugen und erlassen ein Urteil. Sollte die Vollstreckung notwendig sein, formiert sich ein Polizeiaufgebot auf Anforderung des Gerichts. Alle tauglichen Dorfbewohner können für diese Aufgabe herangezogen werden. Der Onak hat keine ständigen Gerichtshöfe oder Polizeikräfte.

Da das onakische Recht in hohem Maße aus Regeln besteht, die das Leben der Menschen, ihre Freiheit und ihr Eigentum schützen, verbietet es Delikte wie Mord, Körperverletzung und Diebstahl. Für die Tötung oder Schädigung eines Klanmitgliedes ist ein Ausgleich in Form eines Blutgeldes (mag) zu erbringen.

Jeder Onaki ist gegen Verbindlichkeiten, die ihm durch das Gewohnheitsrecht entstehen können, versichert. Seine erweiterte Familie ist sein Bürge und garantiert die Zahlung jeglicher Entschädigung, die das Gericht über ihn verhängt. Die Angehörigen werden Zusicherungen verlangen, dass der Täter in Zukunft achtsamer sein wird und nun ein Auge auf ihn halten.

Die Familie kann ihre Versicherung für eines seiner Mitglieder beenden, das wiederholt Rechtsbruch begeht. Dieses bedeutet im Allgemeinen, dass diese Person auch seinen Klan verlassen und sich anderswo außerhalb des Territoriums des Clans ansiedeln muss.

Sprache

Die Hauptsprache des Landes ist Onaki (Eigenbezeichnung Onaaqiga), welches viele Lehnwörter aus dem Harnarischen enthält. Das seit den 1960ern gebräuchliche medianische Alphabet (alifba) ist streng phonetisch, beinhaltet jedoch abgesehen vom Apostroph keine Sonderzeichen. Die Reihenfolge der Buchstaben stützt sich auf jene des harnarischen Alphabets:

’, B, T, J, X, KH, D, R, S, SH, DH, C, G, F, Q, K, L, M, N, W, H, Y, A, E, I, O, U.

’alif steht für den Stimmabsatz (Hamza); cayn ist ein Kehllaut (niemals wie «k» oder «ts» sprechen). Ja, sa, shiin und waw klingen wie im Albernischen. Xa ist ein stark behauchtes «h» und kha entspricht dem «ch» in «machen». Doppelt geschriebene Vokale werden einfach etwas länger gesprochen.

Galerie

Antike Moschee (© Walter Callens @ Wikimedia Commons) Menschen und Vieh (© Vasco Pyjama @ Wikimedia Commons) Kamel in der Wüste (© Oxfam @ Wikimedia Commons)

Blick auf den Hafen von Mashad (© UN Photo @ flickr.com) Altstadt von Gesira (© CharlesFred @ flickr.com) Altstadt von Tabor (© CharlesFred @ flickr.com)

Ziegenhirten (© Retlaw Snellac @ Wikimedia Commons) Alter Onaki (© Gustavo Jeronimo @ Wikimedia Commons) Onakische Kinder (gemeinfreies Bild)

Hafen von Tabor (© Siphon @ Wikimedia Commons) Fischer (© YoTuT @ flickr.com) Markt in Arada (© CharlesFred @ flickr.com)

Der Onak ist ein fiktives Land und erhebt keinen Anspruch auf reales Staatsgebiet. Alle Informationen sind erfunden.
Kontakt: mail(ät)micronation.net